Die Bedürfnisse unserer Stakeholder kennen wir, weil wir ihnen zuhören. Wir gestalten und verbessern unsere Wertschöpfungskette gemeinsam mit unseren Partnern und verfolgen dabei wirtschaftliche, ökologische und soziale Ziele gleichermaßen. Besonders mit unseren Rübenanbauern und unseren Kunden stehen wir deshalb in einem laufenden Dialog, in dem es um Erwartungen, Herausforderungen, Chancen und die gemeinsame Zukunft geht.

Kennzahlen
highlights 2017 | 2018

117,8 Mio. €
Jahresüberschuss

1,20
Dividende je Aktie
(Vorschlag)

218,7 Mio. €
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit

65,5 %
Eigenkapitalquote

Zuckererzeugung Nordzucker Konzern
Mio. Tonnen

Konzernumsatz
Mio. Euro

Renditekennzahlen

2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18
             
RoCE1 % 17,2 1,5 1,0 8,5 10,2
EBIT-Marge2 % 12,7 1,4 1,0 7,7 9,3
EBITDA-Marge3 % 20,0 7,5 5,6 13,2 13,8
Umsatzrendite4 % 8,5 1,1 1,0 5,6 7,0
Eigenkapitalrendite5 % 14,5 1,6 1,2 7,0 8,0
Tilgungsdauer6 Jahre -0,1 -0,3 -1,8 -1,4 -1,3
Cashflow aus betrieblicher
Tätigkeit je Aktie
EUR 5,90 2,79 4,11 5,54 4,53
Konzernergebnis je Aktie7 EUR 4,17 0,43 0,32 2,00 2,38
Dividende je Aktie8 EUR 1,30 0,10 0,10 1,10 1,209
Dividendensumme Mio. EUR 62,8 4,8 4,8 53,1 58,09

1 EBIT / durchschnittliches Capital Employed

2 EBIT / Umsatzerlöse

3 EBITDA / Umsatzerlöse

4 Jahresüberschuss (nach Minderheiten) / Umsatzerlöse

5 Jahresüberschuss (nach Minderheiten) / Eigenkapital

6 Nettoverschuldung / EBITDA

7 Jahresüberschuss (nach Minderheiten) / Anzahl Aktien

8 Dividendensumme / Anzahl Aktien

9 Vorschlag

Finanzkennzahlen

2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18
             
Umsatzerlöse Mio. EUR 2.361 1.866 1.607 1.708 1.650
EBITDA Mio. EUR 472 140 90 226 227
EBIT Mio. EUR 299 26 16 131 154
Jahresüberschuss von Minderheiten Mio. EUR 209 20 15 99 118
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit Mio. EUR 285 135 199 268 219
Cashflow aus Investitionstätigkeit Mio. EUR -75 -79 -65 -119 -169
Free Cashflow1 Mio. EUR 210 56 134 149 50
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte
Mio. EUR 79 82 60 84 89

1 Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit + Cashflow aus Investitionstätigkeit

Bilanzkennzahlen zum Geschäftsjahresende

2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18
             
Bilanzsumme Mio. EUR 2.337 2.144 2.013 2.117 2,183
Eigenkapital Mio. EUR 1.386 1.272 1.278 1.375 1,429
Eigenkapitalquote % 59 59 63 65 66
Fremdkapital Mio. EUR 951 872 734 742 754
Capital Employed Mio. EUR 1.701 1.660 1.600 1.500 1,511
Finanzverbindlichkeiten Mio. EUR 6 7 7 12 4
Liquide Mittel Mio. EUR 58 45 172 322 307
Nettoverschuldung1 Mio. EUR -52 -37 -164 308 301

1 Liquide Mittel - Finanzverbindlichkeiten

Rübenanbau und Kampagne

2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18
             
Zuckerertrag t/ha 11,3 13,2 11,6 12,5 12,2
Zuckergehalt % 18,0 17,3 17,5 17,7 17,3
Kampagnenlänge Tage 106 125 88 103 117
Zuckererzeugung Mio. t 2,50 2,91 2,00 2,50 2,70

Zukunft
entsteht
im Dialog

Wir sind ein verlässlicher und kompetenter Partner. Wir hören zu und bringen uns, unser Wissen und unsere Erfahrung ein — für den gemeinsamen Erfolg.

Dr. Lars Gorissen

Von links nach rechts:

AXEL AUMÜLLER

Chief Operating Officer

Mitglied des Vorstands der Nordzucker AG seit 9. November 2009

DR. LARS GORISSEN

Speaker of the Executive Board

Mitglied des Vorstands der Nordzucker AG seit 1. März 2014, seit 1. März 2018: Sprecher des Vorstands

ERIK BERTELSEN

Chief Marketing Officer

Mitglied des Vorstands der Nordzucker AG seit 1. November 2017

Brief des Vorstands

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Nordzucker hat das Geschäftsjahr 2017/18 mit sehr guten Resultaten abgeschlossen. Wir haben ein operatives Ergebnis von 153,7 Millionen Euro nach 131,4 Millionen Euro im Vorjahr und einen Jahresüberschuss von 117,8 Millionen Euro nach 99,1 Millionen Euro erzielt. Trotz des zum Ende des Geschäftsjahres einsetzenden rapiden Preisverfalls in der EU ging der Umsatz lediglich um rund drei Prozent zurück und lag bei 1,6 Milliarden Euro. Mit einer Eigenkapitalquote von 66 Prozent ist unsere Kapitalausstattung weiterhin sehr solide.

2017/18 war das lang angekündigte Jahr des Umbruchs im Zuckermarkt – ein Jahrhundertereignis. Nach fast 50 Jahren, in denen der Zuckermarkt in der EU reguliert war, haben sich die Marktbedingungen nun deutlich verändert.

Die Preise für Zucker auf dem Weltmarkt sind im Laufe des letzten Geschäftsjahres drastisch um mehr als 40 Prozent gefallen. Ein prognostizierter weltweiter Produktionsüberschuss von rund acht Millionen Tonnen im Zuckerwirtschaftsjahr 2017/18 hat diesen Preisrückgang verursacht. Für 2018/19 wird ein Überschuss von weiteren fünf Millionen Tonnen erwartet, dadurch werden sich die Lagermengen weltweit nochmals erhöhen.

Die globale Preisentwicklung bestimmt durch Importe im Rahmen der EU-Freihandelsabkommen und die unbegrenzten Exportmöglichkeiten unmittelbar die EU-Marktsituation und die Entwicklung der Zuckerpreise in Europa. Die deutliche Steigerung der EU-Zuckerproduktion in der Kampagne 2017/18 verstärkt den Wettbewerbs- und Preisdruck zusätzlich.

Wir erwarten auf dem europäischen Zuckermarkt im laufenden Jahr eine sehr angespannte Preissituation, die zu einem deutlichen Rückgang unseres Ergebnisses führen wird. Diese wettbewerbsintensive Niedrigpreisphase ist die Folge der EU-Marktliberalisierung in Verbindung mit extrem niedrigen Weltmarktpreisen und wird zu einer weiteren Konsolidierung im europäischen Zuckermarkt führen.

Dennoch blicken wir zuversichtlich auf die kommenden Jahre und sind davon überzeugt, dass wir gestärkt aus dieser Niedrigpreisphase mit verschärftem Wettbewerb hervorgehen werden. Unser Kernmarkt heißt Europa. Hier gilt es, bestehende Kunden zu halten, indem wir die Bindung zu ihnen verstärken, und neue zu gewinnen. Gemeinsam mit unseren international agierenden Kunden wollen wir auch außerhalb der EU wachsen. Als einer der großen Zuckerproduzenten optimieren wir stetig unsere Prozesse und investieren in Logistik, Energieeffizienz, Qualität und Umweltschutz. Unsere eigenen Maß­stäbe an Kundenorientierung und Nachhaltigkeit sind hoch. Allem voran aber sind wir ein verlässlicher und kompetenter Partner.

Dies konnten wir auch in der Kampagne 2017/18 wieder unter Beweis stellen. Unsere Mitarbeiter in den Werken haben gemeinsam mit allen an der Ernte und dem Transport der Rüben Beteiligten die witterungsbedingt herausfordernde Kampagne vorbildlich gemeistert. Am Ende blicken wir auf gute Erträge und eine fast reibungsfreie Rübenverarbeitung zurück. Das geht nur in einem guten Zusammenspiel. Diese leistungsstarke Zusammenarbeit entlang der Lieferkette macht Nordzucker aus und ist eine unserer besonderen Stärken. Nordzucker wird sich weiterentwickeln und weiter wachsen. Wachstum ist in der EU nur durch eine Umverteilung von Marktanteilen möglich. Während der Zuckerverbrauch hier weitgehend stagniert, wächst er weltweit um 1,5 bis zwei Prozent jährlich. Wir werden uns daher weiter auf dem Weltmarkt positionieren und uns zu einem ganz selbstverständlich global agierenden Unternehmen entwickeln – über Exporte und mit Produktionsstandorten in anderen Teilen der Welt.

Zukunftsthemen gehen wir gezielt und gemeinsam mit unseren Kunden und unseren Rübenanbauern an. Vom Einstieg in die Produktion von Ökozucker aus heimischen Rüben bis zur Nutzung der Digitalisierung auf dem Feld mit unserem AgriPortal und unserer digitalen Anbauberatung gestalten wir in vielen Projekten das Unternehmen zukunftsorientiert.

In der öffentlichen und politischen Diskussion wird aktuell viel über Zucker und Gesundheit gesprochen. Auf sachlicher Grundlage informieren wir klar und entschlossen und stellen uns gegen Vorurteile. Das trägt auch zu einer deutlicheren Debatte bei. Wir stehen für eine ausgewogene Ernährung in einem gesunden Lebensstil mit einer Balance zwischen Kalorienaufnahme und Kalorienverbrauch. Hier für Aufklärung zu sorgen, ist uns ein wichtiges Anliegen.

Die Herausforderungen und Möglichkeiten, die vor uns liegen, werden wir mit unserem gut ausgebildeten, internationalen und hoch motivierten Team erkennen und nutzen. Wir werden Nordzucker gemeinsam stetig und mit Engagement und Leidenschaft weiterentwickeln.

Wir danken Ihnen, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, für Ihr Vertrauen. Lassen Sie uns im gemeinsamen Dialog weiter erfolgreich die Zukunft gestalten.

Nordzucker AG
Der Vorstand

Dr. Lars Gorissen
Unterschrift Lars Gorissen
Axel Aumüller
Unterschrift Axel Aumüller
Erik Bertelsen
Unterschrift Erik Bertelsen

Wie geht Nordzucker
mit dem aktuellen
Preisdruck um?

Dr. Lars Gorissen:

Nordzucker hat sich in den vergangenen Jahren mit Hilfe von Kostendisziplin, Effizienzsteigerung und neuen Systemen für die Rohstoffbeschaffung eine gute Basis für volatile Zeiten und für Phasen mit geringen Zuckerpreisen erarbeitet. Mit einer Eigenkapitalquote von 66 Prozent sind wir heute grundsolide finanziert. Jedoch wird die kommende Phase herausfordernd für die gesamte Branche sein. Eine realistische Planung vom Markt und vom Kunden her, das Denken in unterschiedlichen Szenarien und ein wirksames Risikomanagement, werden es uns erlauben, aus dieser schwierigen Marktphase gestärkt hervorzugehen. Der Weg dahin wird allerdings trotz aller guter Vorbereitung beschwerlich werden und Einschnitte mit sich bringen.

Bleibt der Rübenanbau auch in Zukunft attraktiv?

Dr. Lars Gorissen:

Ganz klar, ja. Die Zuckerrübe verbessert sich in den Zuckererträgen jedes Jahr und leistet einen positiven Beitrag zum Betriebsergebnis des Landwirts. Die Rübe ist auch im Vergleich zu anderen Kulturen wettbewerbsfähig. Die Entscheidung zum Verbot von Neonikotinoiden und mögliche weitere Verbote von Pflanzenschutzmitteln können allerdings zu Ertragseinbußen führen. Wir werden uns in unserer Anbauberatung darauf fokussieren, wie wir die negativen Auswirkungen für den Rübenanbau lindern können. Zudem sind die Pflanzenschutzforschung und die Zulassungsbehörden nun gefordert, zügig Alternativen zu entwickeln. Unabhängig davon ist und bleibt die Rübe durch ihre vielen Vorteile, wie beispielsweise ihre wichtige Rolle in der Fruchtfolge, eine zentrale Frucht in unseren Anbaugebieten.

Kunden fordern Qualität und Nachhaltigkeit — was tut Nordzucker dafür?

Erik Bertelsen:

Wir stehen im engen Kontakt mit unseren Kunden. Zertifizierte Qualität und nachhaltige Produktion sind für uns eine Selbstverständlichkeit. Im Rahmen der Sustainable Agriculture Initiative, kurz SAI, haben wir gemeinsam mit unseren Kunden Nachhaltigkeitsstandards für den Rübenanbau entwickelt und unsere Anbauer danach zertifizieren lassen. Dieses Vorgehen findet große Anerkennung bei unseren Kunden.

Sind die Arbeitsplätze bei Nordzucker noch attraktiv?

Axel Aumüller:

Nordzucker bietet eine Vielzahl von Arbeitsplätzen für viele Qualifikationen entlang der Wertschöpfung vom Acker bis zum Kunden. Es ist zum Beispiel eine spannende und verantwortungsvolle Aufgabe, eine Zuckerfabrik über rund 130 Tage gemeinsam am Laufen zu halten und sie in der restlichen Zeit des Jahres darauf mit Instandhaltungsmaßnahmen und Investitionen vorzubereiten. Dafür brauchen wir Ingenieure und Fachkräfte aus vielen Bereichen. Als großes europäisches Unternehmen bieten wir in allen Bereichen die Vorteile des internationalen Austausches genauso wie das Angebot attraktiver Arbeitsplätze an unseren Standorten. Unser Geschäftsmodell ist auf Zukunft ausgerichtet. Wir arbeiten ständig daran, unsere Prozesse und Strukturen zu verbessern und zu optimieren. Das haben wir schon immer getan und nicht erst seit dem Wegfall der Regulierung im Markt. Wir verfügen über ein hervorragendes Team, das mit Engagement bei der Sache ist. Einem Engagement, das ansteckt.

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Unsere
Wertschöpfungskette

Nachhaltigkeit ist
eine Reise

Als Lebensmittelhersteller mit enger Verbindung in die Landwirtschaft übernimmt Nordzucker Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft. Nachhaltigkeit ist für uns das Bekenntnis, uns stetig zu verbessern und neben wirtschaftlichen, soziale und ökologische Ziele zu verfolgen. Unsere Aktivitäten fußen auf einem Dialog mit unseren Partnern entlang der Wertschöpfungskette, die auf dem Feld beginnt und auf dem Teller endet. Im Gespräch spüren wir Trends auf und erfragen Bedürfnisse. Daraus leiten wir Ziele und Maßnahmen ab.

Wir gestalten unsere Wertschöpfungskette rundum nachhaltig.

Dr. Lars Gorissen

Nachhaltigkeit hat bei  Nordzucker eine lange Tradition. Wir waren stets Vorreiter.

Axel Müller

Wir sind nicht nur Lieferant, sondern auch Gesprächspartner und Berater.

Erik Bertelsen

Wir haben unsere Rübenanbauer, unsere Kunden und weitere Stakeholder im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse zur Nachhaltigkeit befragt und mit ihnen Entwicklungsschwerpunkte diskutiert. Folgende Kernthemen waren das Ergebnis: Produktqualität und Produktsicherheit, Verantwortung in der Debatte um Zucker und Ernährung, der Klimawandel und nachhaltige Landwirtschaft. Auf diese Themen werden wir uns in Zukunft noch stärker konzentrieren.

„Diese Schwerpunkte haben uns nicht überrascht. Aus der Analyse wissen wir nun aber noch genauer, was unsere Kunden und Konsumenten, unsere Rübenanbauer und unsere Nachbarn rund um die Fabriken von uns in Sachen Nachhaltigkeit erwarten. Vieles davon spiegeln unsere ambitionierten Nachhaltigkeitsziele bereits wider und es zeigt uns, wo wir gemeinsam mehr erreichen können“, erklärt Dr. Lars Gorissen.

Was ist wesentlich?

2017 führte Nordzucker eine Wesentlichkeitsanalyse zur Nachhaltigkeit durch. Mit Hilfe von strukturierten Interviews wurden Mitarbeiter, Kunden, Rübenanbauer und Vertreter von NGOs und Verbänden nach ihren Einschätzungen zu aktuellen und künftigen Nachhaltigkeitsthemen bei Nordzucker gefragt. Die Analyse hat unsere Schwerpunktthemen noch einmal auf eindrucksvolle Art bestätigt. Daher fokussieren wir unser Engagement in Sachen Nachhaltigkeit noch stärker auf Ziele und Maßnahmen in den als besonders relevant eingestuften Bereichen Produktqualität und -sicherheit, Zucker und Ernährung, Klimawandel und nachhaltige Landwirtschaft.

Nachhaltigskeitsthemen bei Nordzucker
Bewertung durch unterschiedliche Stakeholder-Gruppen 2017

Hochwertig und sicher

„Unsere Kunden haben ihre eigenen Visionen und Ziele. Wir wollen sie dabei unterstützen, ihr Geschäft weiterzuentwickeln. Wir sehen uns nicht nur als Lieferant, sondern als Gesprächspartner und Berater. Mit unserer Expertise helfen wir unseren Kunden, bessere Lösungen zu finden – ob in der Logistik oder bei neuen Rezepturen. Und natürlich erwarten unsere Kunden Nachweise zur Qualität und Nachhaltigkeit unserer Produkte und Prozesse“, erläutert Erik Bertelsen, Vorstand für Marketing und Vertrieb. „Wir stellen ein Lebensmittel her und haben allein schon deshalb eine besonders große Verantwortung. Zertifizierungen, interne und externe Audits, klar definierte Arbeitsabläufe und ein hohes Bewusstsein für Qualität bei unseren Mitarbeitern sind für uns deshalb essentiell“. Zudem hat Nachhaltigkeit hat bei Nordzucker Tradition. „Wir sind beispielsweise seit fast 30 Jahren Vorreiter in Sachen Zertifizierungen“, ergänzt Axel Aumüller, Vorstand für Produktion.

Der Zucker schmeckt

Zucker ist natürlicher Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung in einem gesunden Lebensstil. Es kommt darauf an, eine Balance zwischen Kalorienaufnahme und Kalorienverbrauch herzustellen. Dabei helfen oftmals ein gesunder Menschenverstand und natürlich das Wissen über Lebensmittel, Ernährung und Kalorienverbrauch. Zucker hat viele Funktionen und ist mehr als nur süß: Er ist auch Geschmacksträger, und Strukturgeber in Backwaren und ein natürliches Konservierungsmittel. „Leider ist das Wissen über Herkunft und Zubereitung von Lebensmitteln in der post-industriellen Gesellschaft oftmals verloren gegangen. Unsere Mission ist es, über die Funktion von Zucker in einer ausgewogenen Ernährung in einem gesunden Lebensstil aufzuklären. Entscheidend für das Körpergewicht sind die Kalorien, nicht die einzelnen Nährstoffe“, erklärt Axel Aumüller.

Weniger Energie – weniger Emissionen

Eines der größten Risiken für unsere Umwelt ist der überwiegend durch Industrialisierung und den Verkehr verursachte Klimawandel. Durch den Ausstoß von CO2-Emissionen wird der Treibhauseffekt und damit die Erderwärmung gefördert. Prognosen gehen von weiter steigenden Temperaturen mit Auswirkungen auf das globale Ökosystem und auf die Landwirtschaft und damit die künftige Ernährung der Weltbevölkerung aus. Eine Reduzierung des Energieverbrauchs und des CO2-Ausstoßes ist daher nicht bloß als ein politisch vorgegebenes Ziel zu sehen, sondern für Nordzucker ein Bekenntnis. „Wir haben verglichen mit 1990 bereits 65 Prozent unserer CO2-Emissionen in der Produktion eingespart, was ein wirklich beachtlicher Erfolg ist, den wir vor allem unseren Investitionen in verbesserte Technologien verdanken. Jedoch sind wir längst nicht am Ziel unserer Reise. Aktuell erarbeiten wir einen langfristigen Maßnahmenplan mit dem Ziel, unsere Produktion komplett auf die Nutzung erneuerbarer Energien umzustellen, wie von der Politik bis spätestens 2050 gefordert – eine Mammutaufgabe.“, berichtet Axel Aumüller.

Nachhaltiger Rübenanbau

Nordzucker hat schrittweise den Rübenanbau in allen Anbauländern durch das SAI Farm Sustainability Assessment auf Nachhaltigkeit überprüfen lassen. Im Februar 2018 war dieser Prozess für alle Nordzucker-Länder abgeschlossen und damit ein neuer Meilenstein erreicht.

Die Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI) ist eine globale Initiative, die darauf abzielt, die Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft zu fördern. Mehr als siebzig der weltweit führenden Lebensmittel- und Getränkehersteller unterstützen SAI, darunter Unilever, Danone, Coca Cola, Mondelez, Nestlé und McDonalds.

Nordzucker führt seit vielen Jahren Gespräche mit Kunden über nachhaltige Landwirtschaft. Seither haben wir an der Entwicklung dieser einheitlichen Norm maßgeblich mitgewirkt und sind offizielles Mitglied bei SAI.

Als nächste Schritte werden wir die Standards gemeinsam mit unseren Partnern bei SAI weiterentwickeln. Dazu verwenden wir die Rückmeldungen unserer Rübenanbauer, denn sie sind es, die den Standard erzielen und die Zertifizierungen erreichen.

Ein Produkt der Natur

Unser Zucker basiert auf einer natürlichen Frucht, der Zuckerrübe. Dass sie wächst, gedeiht und gute Erträge bringt, ist die Voraussetzung für unser Geschäftsmodell. Innovationen bei Züchtung, Pflanzenschutz und Düngung sowie unsere Beratung zur Verbesserung der Anbaumethoden, haben die Rübenerträge je Hektar bei unseren Anbauern über die letzten Jahre nachweislich gesteigert. Gleichzeitig konnte die Stickstoffdüngung innerhalb von 30 Jahren halbiert werden. Höhere Erträge auf dem Feld haben deutlich positive Auswirkungen auf die Ökobilanz und den CO2-Austoß bei Ernte und Transport. Die Züchtung hat die Zuckerrübe über die vergangenen Jahrzehnte zu einer robusten und gegenüber anderen Ackerfrüchten dauerhaft attraktiven Pflanze gemacht. Den Schutz der Böden, des Wasserhaushalts und den Erhalt der Artenvielfalt stützt die Rübe unter anderem durch ihre bedeutende Rolle in der Fruchtfolge. „Mit der Rübe haben wir einen Rohstoff, der sich gemessen an Nachhaltigkeitskriterien mehr als sehen lassen kann“, erklärt Dr. Lars Gorissen.

Unser Weg

„Für mich ist nachhaltiges Denken und Handeln zur Selbstverständlichkeit im täglichen Geschäft geworden, eine Reise mit klaren aber durchaus immer neuen Zielen, die wir konsequent fortsetzen müssen. Zucker hat seinen Ursprung in der Natur, dies schafft eine enge Verbindung zur Nachhaltig­keit. Es geht in einem Unternehmen darum, ­Gewinne zu erwirtschaften, aber eben nicht nur und ausschließlich. Wir haben eine ­lange ­Tradition in der Zuckerherstellung, eine enge Verbindung mit der Landwirtschaft und mit der Natur und ­stellen ein Produkt her, das gegessen wird, ein Lebensmittel. Nachhaltigkeit bedeutet Verantwortung für die Menschen und für unsere Umwelt. Dies wird sich auch im Geschäftserfolg zeigen“, hebt Dr. Lars Gorissen hervor.

Was bedeutet Nachhaltigkeit
für Nordzucker?

Wir haben Nachhaltigkeit in den Geschäftsalltag integriert. Was das für die tägliche Arbeit heißt, zeigen hier Nordzucker-Mitarbeiter aus verschieden Bereichen auf.

Nachhaltigkeit bedeutet für mich, Verantwortung dafür zu übernehmen, das Bewusstsein und das Verständnis für die Rolle des Zuckers in der Ernährung zu schärfen.

ANNE-METTE NIELSEN
MARKETING/NUTRITION COMMUNICATION

Die ständige Weiterentwicklung von Nordzucker in Sachen Nachhaltigkeit, verbunden mit unserem Anspruch, branchenweit führend hierbei zu werden, wird von unseren Geschäftspartnern mehr als nur wahrgenommen. Unsere Kunden gratulieren uns regelmäßig zu den bisher erreichten Erfolgen und bestätigen unser beeindruckendes Engagement in diesem Bereich, bei dem sich alle Seiten über die immer wichtiger werdende Rolle einig sind.

MARCUS WESSEL
INDUSTRIAL SALES/KEY ACCOUNT MANAGER

Nachhaltigkeit ist für mich: neuen Dingen gegenüber offen zu sein. So können wir beispielsweise die Digitalisierung nutzen, um Ressourcen effizienter einzusetzen. Dazu gehört auch, fair mit Kunden und Lieferanten umzugehen und auf langfristige und vertrauensvolle Beziehungen hinzuarbeiten.

FRAUKE MÄVERS
AGRICENTER CLAUEN

Nachhaltigkeit ist eine Reise mit unseren Partnern in der Wertschöpfungskette. Sie ist ein notwendiger und selbstverständlicher Bestandteil unserer täglichen Arbeit.

IVER DRABAEK
HEAD OF SUSTAINABILITY

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