Geschäftsbericht 2016 | 2017

FÜR EINE NEUE ZEIT

Mit der Liberalisierung des Zuckermarktes in der EU zum 1. Oktober 2017 wird sich die Welt für Nordzucker grundlegend verändern. Wir schlagen das nächste Kapitel in unserer Unternehmensgeschichte mit einer Mischung aus Respekt und Zuversicht auf, denn in den letzten Jahren haben wir unser Unternehmen sorgfältig auf die anstehenden Herausforderungen vorbereitet – organisatorisch, finanziell, kulturell. Was immer auch kommt: Nordzucker ist gut vorbereitet für diese neue Zeit.

Bereit für
Eine neue Zeit

Die neue Marktlogik schafft neue Möglichkeiten: Zucker kann zukünftig uneingeschränkt aus der EU heraus exportiert werden. Dadurch werden die Preise stärker schwanken und sich dem Weltmarkt annähern.

VORSTAND
BEREIT FÜR
EINE NEUE ZEIT

Wir haben uns intensiv vorbereitet auf die neue Zeit, die mit dem Ende der Quoten­regelung beginnt.

Hartwig Fuchs
Chief Executive Officer

Von Links nach rechts:

Dr. Lars Gorissen

Chief Agricultural Officer

Mitglied des Vorstands der Nordzucker AG seit
1. März 2014

Hartwig Fuchs

Chief Executive Officer

Vorstandsvorsitzender der Nordzucker AG seit
1. Februar 2010

Axel Aumüller

Chief Operating Officer

Mitglied des Vorstands der Nordzucker AG seit
9. November 2009

Dr. Michael Noth

Chief Financial Officer

Mitglied des Vorstands der Nordzucker AG seit
16. August 2009

Brief des Vorstands

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

ein positiver Preistrend führte im Geschäftsjahr 2016/17 zu einem Aufschwung im Markt, den wir für uns nutzen konnten. Intensivierte Vertriebsmaßnamen auf der einen Seite und umfassende Einsparungen auf der anderen halfen uns dabei, unser Ergebnis stetig zu steigern.

Wir konnten einen Jahresüberschuss von 99,1 nach 14,9 Millionen Euro im Vorjahr, ein solides operatives Ergebnis von 131,4 nach 16,2 Millionen Euro und einen Umsatzanstieg um 6 Prozent auf 1.708,2 von 1.607,4 Millionen Euro ausweisen. Gemeinsam mit dem Aufsichtsrat schlagen wir vor, die Dividende nach 10 Cent im Vorjahr wieder auf 1,10 Euro je Aktie aufzustocken.

Damit bleibt das Resultat zwar deutlich unter dem herausragenden Niveau der Jahre vor 2014, ist aber dennoch erfreulich, denn wir konnten wieder die Kapitalkosten verdienen und unsere Aktionäre angemessen am Ergebnis beteiligen. Nordzucker-Aktien lohnen sich wieder.

Auf die neue Zeit, die mit dem 1. Oktober 2017 und dem Ende der Quotenregelung beginnen wird, haben wir uns vorbereitet. Und konnten damit schon jetzt zeigen, wie gut wir uns auf Neues einstellen können. Die Zeit war arbeitsintensiv und forderte in vielen Bereichen ein Umdenken, Ideen und Mut. Wir sind sicherlich noch nicht perfekt aufgestellt, haben aber bereits viel erreicht. Und werden weiter an uns arbeiten.

Unser Geschäftsmodell ist auch in der Zukunft sicher. Deshalb investieren wir hohe Summen in unser Kerngeschäft. Vor allem in die Schnittstellen zu unseren Kunden: Logistik, Verladung, Verpackung und Lagerung. Denn hier sehen wir unser besonderes Können, die Kunden zuverlässig, flexibel und zeitgerecht zu beliefern.

Der zweite Investitionsschwerpunkt liegt in der Steigerung unserer Energieeffizienz. Zuckerherstellung ist ein energieintensiver Prozess. Der Energieverbrauch wirkt sich direkt auf unsere Kosten und auf den CO2-Austoß aus. Beides zu senken ist ein Ziel unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Insgesamt haben wir im Geschäftsjahr 2016/17 84 Millionen Euro in unsere Werke investiert; im nun laufenden Jahr werden es 87 Millionen sein.

Unser Wille ist, das Unternehmen weiter auf Höchstleistung zu trimmen. Die Ziele, die wir uns setzen, sind anspruchsvoll: Leistung steigern, Kosten reduzieren, Kunden an uns binden, den Absatz erhöhen, neue Kunden gewinnen, Exportchancen nutzen, Erträge im Rübenanbau verbessern und unsere Attraktivität als Arbeitgeber steigern und bekannt machen. Dahinter stehen viele Projekte, Maßnahmen und ein starkes Nordzucker-Team, das zusammenhält, sich austauscht und entwickelt –über Ländergrenzen, Werkszäune und fachliche Zuständigkeiten hinweg.

Nordzucker ist das Bindeglied zwischen Rübenanbau und Zuckermarkt – zwischen Landwirten und Konsumenten. Wir wissen, dass die Zuckerpreise in Zukunft stärker schwanken werden und dass der Weltmarktpreis den EU-Preis noch stärker dominieren wird. Mit positiven und negativen Ausschlägen umzugehen und die daraus entstehenden Risiken zu managen, wird eine der Aufgaben, die wir zu meistern haben.

Das laufende Geschäftsjahr 2017/18 wird ein Jahr des Übergangs. Aufgrund von Weltmarktpreisen, die zeitweilig über den Preisen in der EU lagen, waren Zuckerimporte in die EU in den letzten Monaten gering, dennoch erhöhte sich das Preisniveau innerhalb der EU nur moderat. Die neue Kampagne wird der Startschuss sein für einen verschärften Wettbewerb in Europa. Flächen wurden ausgeweitet, wodurch es – bei einer normalen Ernte – zu einem Überangebot kommen wird. Einige EU-Länder gewähren ihren Rübenanbauern darüber hinaus Beihilfen, die den Wettbewerb verzerren, den Konsolidierungsprozess – sprich das Ausscheiden nicht produktiver Regionen – verlangsamen und damit dem eigentlichen Ziel der Beendigung der alten Regulierung zuwiderlaufen.

Während der Außenschutz des EU-Zuckermarktes nicht verändert wird, entfällt die Mengenbeschränkung für den Export. Wir werden strukturiert und mit enger Bindung an unsere internationalen Kunden exportieren und dadurch neue Absatzmöglichkeiten schaffen. Und wir bieten unseren Kunden Mehrwerte – sei es Service, Beratung, Transparenz, Sicherheit oder Nachhaltigkeit.

Die Veränderungen im Markt erschweren eine Prognose der kommenden Ergebnisse erheblich. Wir schätzen, dass die derzeitige stabile Marktlage bis September anhält, danach nimmt die Unsicherheit erheblich zu. Das aktuelle Ergebnis von rund 100 Millionen Euro sollten wir – sofern nichts Unvorhergesehenes passiert - auch im laufenden Geschäftsjahr wieder mindestens erreichen und unsere stabile Vermögens- und Finanzlage weiter festigen können.

2016/17 hatten wir eine Eigenkapitalquote von fast 65 Prozent, zum Abschlussstichtag nur 13,5 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten bei einer Nettoanlage von 308,3 Millionen und einen Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit von 267,8 Millionen Euro.

Die Zahlen sprechen für sich: Wir sind ein starker Zuckerproduzent in Europa. Unsere gute Finanzlage, die gut ausgestatteten Werke, die engen Beziehungen zu Kunden und Anbauern sind die Vorzüge, mit denen wir ab Oktober 2017 in den Wettbewerb starten. Wir werden die Veränderungen im Markt zu unserem Vorteil nutzen, indem wir weiter wachsen und mit Blick auf den Markt in unsere Werke investieren.

Ihnen, unseren Aktionären, danken wir für Ihr Vertrauen - und unseren Mitarbeitern für ihren unermüdlichen Einsatz.

Nordzucker AG
Der Vorstand

Hartwig Fuchs
Unterschrift Hartwig Fuchs
Axel Aumüller
Unterschrift Axel Aumüller
Dr. Lars Gorissen
Unterschrift Lars Gorissen
Dr. Michael Noth
Unterschrift Lars Gorissen

BEREIT:
ES KANN
LOSGEHEN!

Der Markt:
Wir sind bereit!

WIR KENNEN DEN MARKT UND LEITEN DARAUS UNSERE ENTSCHEIDUNGEN AB.

Im Takt des Marktes

Die Zuckermarktordnung ist in ihrer jetzigen Form am 1. Oktober 2017 Geschichte. „Es ist wie es ist – wir haben uns längst auf die neue Lage eingestellt“, erklärt der Nordzucker Vorstandsvorsitzende Hartwig Fuchs und betont: „Unsere Kunden und der Wettbewerb bestimmen unser Geschäft und unsere Pläne – nicht mehr politische Regularien. Jetzt gibt der Markt stärker denn je den Rhythmus vor.“

Den Markt kennen

Die neue Marktlogik schafft neue Möglichkeiten: Zucker kann zukünftig uneingeschränkt aus der EU exportiert werden. Dadurch werden die Zuckerpreise schwanken und sich im Weltmarkt stärker annähern. Der Weltmarkt wird das Geschäft deutlicher denn je beeinflussen.

Der Weltmarktpreis wird von vielen Faktoren bestimmt: Globale Witterungseinflüsse wie El Niño gehören dazu genauso wie Spekulationen im Zuckerhandel. „Das müssen wir alles im Blick haben. Nur so können wir planen und mit unseren Kunden sowie Rübenlieferanten die passenden Preise verhandeln“, erklärt Fuchs und ergänzt: „Wir kennen den Markt und können daraus unsere Entscheidungen ableiten. Das ist ausschlaggebend für unseren Erfolg“.

Zwei Jahre Defizit in Folge auf dem Weltmarkt.

Wir können unseren Zucker künftig uneingeschränkt exportieren.

Mit Augenmaß

Das Ende der aktuellen Zuckermarktordnung ist ein Paradigmenwechsel, der Denk- und Handlungsweisen im Unternehmen verändert. Unsere Zuckerproduktion passen wir vom Feld bis zum Konsumenten fortlaufend an. „Unsere Stärke ist es, das gesamte Marktgefüge im Blick zu haben, und vor allem vom Markt her zu planen. Wir wollen langfristig Geld verdienen für unsere Aktionäre und unsere Rübenanbauer,“ erklärt Fuchs.

Rübenanbau bleibt attraktiv

„Unter der Zuckermarktordnung war durch den festgelegten Mindestpreis die Rübe bei unseren Landwirten als extrem attraktive Frucht gesetzt. Diese Rolle kann die Rübe nach wie vor einnehmen. Für die Anbauer hat sich jedoch einiges geändert. So hat die Planungssicherheit abgenommen, denn Preise und Mengen können nun stärker schwanken. Um die neue Situation für beide Seiten attraktiv zu gestalten, bieten wir heute auch Mehrjahresverträge an, die bei unseren Anbauern auf sehr positive Resonanz stoßen“, erläutert Dr. Lars Gorissen, Agrarvorstand. Zur Festlegung angemessener Rübenpreise berücksichtigen wir die Deckungsbeiträge anderer Ackerfrüchte, denn die Rübe konkurriert um die Fläche beim Bauern. Entwicklungen am Zuckermarkt fließen über die angebotenen variablen Vertragsmodelle ein. Wegen der vermehrten Nachfrage nach Biozucker haben wir für 2017/2018 wieder Lieferverträge mit Rübenanbauern abgeschlossen, die Zuckerrüben unter Einhaltung der EG-Öko-Basisverordnung produzieren oder sich in der Umstellungsphase ihres Betriebes befinden.

Unser Zucker ist gefragt

In Europa produzierter Zucker aus Rüben ist attraktiv für europäische wie multinationale Kunden. Die Gründe dafür sind die hohen Standards für Qualität und Nachhaltigkeit. „Auch der Service, den wir unseren Kunden bieten können, ist herausragend: Sortenreinheit, Beratung bei Rezepturen und umfassende Logistikkompetenz für Just-in-time Transporte und Lagerung zeichnen uns aus“, erklärt Fuchs und setzt hinzu: „Jahrelang waren Exporte beschränkt. Jetzt eröffnen sich neue Möglichkeiten.“

Denn in vielen Regionen der Welt steigt der Zuckerkonsum an; global um 1,5 bis zwei Prozent pro Jahr.

Wachstum ist da draußen

„Wir prüfen derzeit unterschiedliche Möglichkeiten, auch außerhalb Europas Kooperationen einzugehen oder Unternehmen zu akquirieren und so schrittweise zu wachsen“, erklärt Produktionsvorstand Axel Aumüller und Hartwig Fuchs führt weiter aus: „Nordzucker wird sich in den nächsten Jahren weiter entwickeln. Dabei geht es vor allem um Engagements außerhalb Europas, denn während hier die Nachfrage bestenfalls stagnieren wird, wächst der Bedarf international. Afrika und Asien sind aufgrund wachsender Absatzmärkte für uns weiter sehr interessant. Hinzu kommt Brasilien als größtes und effizientes Zuckerproduktionsland.“

Afrika und Asien sind wachsende Absatzmärkte und für uns sehr interessant.

Hartwig Fuchs
CEO, Nordzucker AG

Finanzen:
Von Grund auf solide

Die Grundausstattung ist hervorragend.

Ergebnis 2016/17 passt

Nordzucker hat den Jahresüberschuss nach zwei dürftigen Jahren auf knapp 100 Millionen Euro steigern können. „Wir haben wieder ein Niveau erreicht, das wir akzeptieren können. Sicher nicht so gut wie es einmal war, aber wir können zufrieden sein“, kommentiert Dr. Michael Noth, Finanzvorstand, das Ergebnis. Daraus resultiert ein Dividendenvorschlag von 1,10 Euro je Aktie. Nach den geringen Dividendenzahlungen von nur 10 Cent der beiden Vorjahre erhalten die Aktionäre damit wieder eine angemessene Ausschüttung. „Wir haben die Kapitalkosten in diesem Jahr verdient. Das ist uns wichtig. Bei über 1,3 Milliarden Euro Eigenkapital im Unternehmen wollen wir unseren Aktionären eine ordentliche Dividende zahlen; mit unserer soliden Finanzierung können wir die Aktionäre auch stärker am Ergebnis beteiligen als bisher“, so Noth.

Unsere Ergebnisse werden von Jahr zu Jahr zusammen mit dem Weltmarktpreis kräftig schwanken.

Dr. Michael Noth
CFO, Nordzucker AG

Prognose stabil

Noch bis zum 30. September 2017 gilt die bisherige Zuckermarktordnung. Das neue Geschäftsjahr 2017/18 umfasst also Zeiträume mit und ohne Quoten. Eine Prognose der Ergebnisse fällt daher schwer. „Bis September erwarten wir eine stabile Entwicklung mit auskömmlichen Preisen, was danach kommt, müssen wir sehen. Angesichts des erwarteten guten ersten Halbjahres halten wir aber ein Ergebnis mindestens auf Höhe des Vorjahres von knapp 100 Millionen Euro für erreichbar, sollten nicht unvorhergesehene Effekte dazwischen kommen“, formuliert Noth vorsichtig seine Prognose. Ein Ausblick darüber hinaus gestaltet sich noch schwieriger: „Wir sind optimistisch für die Zeit nach Ende der Zuckermarktordnung. Wir müssen aber künftig mit einer verstärkten Volatilität rechnen. Unsere Ergebnisse werden von Jahr zu Jahr zusammen mit dem Weltmarktpreis kräftig schwanken. Darauf müssen wir uns einstellen.“

Weitere Effizienzsteigerung

„Rechtzeitig haben wir unser erfolgreiches Effizienzprogramm FORCE aufgesetzt und konnten im vergangenen Jahr schon ordentlich von den Einsparungen profitieren. Über 30 Millionen waren das im Geschäftsjahr 2016/17. Wir arbeiten daran, möglichst schnell die 50 Millionen Euro zu erreichen. Je anspruchsvoller der Markt und je intensiver der Wettbewerb, desto wichtiger ist es für uns, unsere Kosten zu senken“, erklärt Noth.

Stabil finanziert

In volatilen Märkten muss Nordzucker stabil aufgestellt sein, um auch schwierige Phasen gut zu bewältigen. „Wir denken langfristig. Kurzfristiges Quartalsdenken macht in unserem Geschäft keinen Sinn. Wir sind stolz auf unsere Eigenkapitalquote von fast 65 Prozent und unser hohes Nettoanlagevermögen von über 300 Millionen Euro. Wir hatten 2016/17 einen hohen Cashflow von 266 Millionen Euro. Wir sind also liquide und gut finanziert. Dies erlaubt uns, in schwierigen Zeiten auch dagegen zu halten“, so Noth weiter.

Bereit für mehr

Nordzucker bietet neben hochwertigen und nachhaltigen Produkten auch umfassende Serviceleistungen und lösungsorientierte Beratung an. Alle Unternehmensbereiche sind gut vorbereitet auf eine Zukunft ohne Quoten. Die gute Finanzausstattung und solide Kapitalstruktur im Rücken wird das Unternehmen den europäischen Zuckermarkt der Zukunft weiter aktiv mitgestalten. Abschließend erklärt Noth: „Nordzucker hat alle bisherigen Veränderungen in Europa erfolgreich gemeistert und ist gestärkt aus ihnen hervorgegangen. Wir danken unseren Aktionären, denn sie geben uns die Freiheiten, die wir für unseren Weg und für unser Wachstum brauchen.“

Nachhaltigkeit: Ein Plus für den Kunden

WIR SCHAFFEN MEHRWERT ENTLANG DER WERTSCHÖPFUNGSKETTE.

Dem Kunden etwas bieten

Er ist zwar immer süß, doch Zucker ist nicht gleich Zucker. Wir ergänzen ihn mit unserem Fachwissen und übernehmen Verantwortung vom Anbau bis zum Konsumenten. Dazu Produktionsvorstand Axel Aumüller: „Wir sind transparent, und produzieren nachhaltig – zu deutschen und europäischen Standards – und regional."

Gold für die Rübe

Unser Anspruch an einen nachhaltigen Rübenanbau ist hoch. Dies bestätigt erneut die SAI (Sustainable Agriculture Initiative). Dafür werden alle Standorte orientiert am Farm Sustainability Assessment (FSA) der SAI bewertet. Dieser Ansatz sichert die Nachhaltigkeit vom Feld bis zum Kunden und ist wegweisend in der Branche.

Erträge rauf – Dünger runter

Die Rübe hat Potenzial. Sie besticht durch ihre langfristige Aussicht auf weitere Ertragssteigerungen, die zugleich Kosten- und Umweltauswirkungen senken. So ist es beispielsweise wesentlich umweltschonender, Rüben mit hohem Zuckergehalt zu transportieren, denn so wird weniger Wasser bewegt. In Sachen Ertragssteigerungen spielen unsere Anbauberater eine wichtige Rolle. Denn bessere Erträge werden durch verbesserte Anbautechniken erreicht. Beispielsweise wurde der Einsatz von Stickstoffdünger je produzierter Tonne Zucker innerhalb von 30 Jahren auf heute pro Hektar durchschnittlich 110 Kilogramm halbiert, während im gleichen Zeitraum der Ertrag beinahe verdoppelt werden konnte.

Biologische Vielfalt durch Fruchtfolge

Die Zuckerrübe ist als Hackfrucht wichtiger Teil der jährlich rotierenden Fruchtfolge, die den Boden schützt und Arten erhält. Schon deshalb sind die Rüben aus der europäischen Landwirtschaft in ihren Kerngebieten nicht wegzudenken.

Energie sparen – CO2 senken

Wichtiger Teil unseres Nachhaltigkeitsanspruchs ist es, den Energieverbrauch und den CO2-Austoß deutlich zu verringern. „Seit 1990 haben wir den Energieverbrauch um über 45 Prozent und die CO2-Emissionen um fast 65 Prozent reduziert.“, so Axel Aumüller. Neues Ziel ist die Senkung des Energieverbrauchs pro Tonne Zucker um zehn Prozent gegenüber 2014 – das wären dann 50 Prozent gegenüber 1990 bis zum Jahr 2020. Hinzu kommt die Prüfung der Optionen für den Einsatz erneuerbarer Energien. Das Emissionsziel liegt bei 380 kg CO2 je Tonne Zucker in der Produktion, das sind 23 Prozent weniger als 2010 und 65 Prozent weniger als 1990.

ENERGIE- UND KLIMAZIELE ERREICHT – NEUE ZIELE GESETZT

Geringer Wasserverbrauch – Null Abfall

Unsere Zuckerfabriken decken 90 Prozent ihres Wasserbedarfs selbst. Da die Zuckerrübenpflanze zu 75 Prozent aus Wasser besteht, gewinnen wir dieses Wasser und nutzen es in den Fabriken, wobei wir es bis zu 20 mal wiederverwenden. Im Produktionsprozess werden sämtliche Bestandteile der Zuckerrübe zu wertvollen Nebenprodukten wie Futtermittel und Melasse verarbeitet, Steine werden als Baumaterialien und Kalk als Kalkdünger vertrieben.

Zucker ist ein Genuss

Zucker wird in der öffentlichen Diskussion gerne mit Übergewicht oder Krankheiten wie Diabetes in Verbindung gebracht. „Wenn wir dem Körper mehr Kalorien zuführen als wir verbrauchen, nehmen wir zu. Das liegt aber niemals an einem einzelnen spezifischen Lebensmittel oder einer Zutat wie Zucker. Jeder einzelne muss entscheiden dürfen, was ihm schmeckt und welche Nahrungsmittel er genießt“, erklärt Aumüller.

Von Natur aus nachhaltig

„Nachhaltigkeit ist für uns selbstverständlich. Indem gesellschaftlich sinnvolle Ziele verfolgt werden, kann ein Unternehmen wirtschaftlich sehr erfolgreich sein.“, so Hartwig Fuchs. Das nun schon mehr als 175 Jahre währende Geschäftsmodell der Nordzucker ist auf Langfristigkeit ausgerichtet. „Die Basis ist der Rübenanbau und die Verarbeitung in unseren Regionen. Mit dieser Grundhaltung wollen wir weiter wachsen. Dabei ist es uns besonders wichtig, dass neue Geschäftsmodelle auch stets unseren Vorstellungen von Nachhaltigkeit, insbesondere bei den Arbeitsbedingungen und beim Umweltschutz entsprechen.“, erklärt Fuchs.

unternehmen: Wissen teilen

WIR SIND
 LEISTUNGSSTARK
 IM NEUEN
 ZUCKERMARKT.

Enger zusammenrücken

Nordzucker ist als Zusammenschluss vieler kleiner Zuckerfabriken über Jahrzehnte gewachsen und so auch immer europäischer geworden. Mit dem Wissen, dass der freie Markt kommen wird, stellte sich auch die Frage, wie ein Unternehmen sich verändern muss, um flexibel und agil zu sein – für die Kunden und im Wettbewerb.

„Es war klar, dass wir enger zusammenrücken und als Nordzucker ein Team werden müssen. Heute kann ich sagen: Wir sind sehr weit vorangekommen“, so Hartwig Fuchs und ergänzt: „Wir stehen international als eine Mannschaft zusammen und können dem Kunden sowohl lokale als auch globale Ansprechpartner bieten.“

Wir sind bereit

„Wir freuen uns auf das neue Marktgefüge, die Herausforderungen des Wettbewerbs und die Chancen, die sich für uns ergeben werden“, so Dr. Michael Noth. „Wir haben eine gute Basis geschaffen: die Organisation ist schlagkräftig, die Finanzen solide, und wir haben eine starke, hoch motivierte Mannschaft.“

Das Verhältnis zu den Rübenanbauern galt es darüber hinaus neu zu definieren. Dr. Lars Gorissen erläutert den Zusammenhang: „Die Quote war eine Leine. Für den Anbauer war die Rübe durch die Quoten eine sichere Bank. Insgesamt war das Konstrukt aber eher statisch. Das ist nun anders geworden. Wir müssen aktiv und agil sein im Wettbewerb, und der direkte Kontakt mit dem Anbauer ist wichtiger denn je.“

Prozesse verbessern

„Seit es die Zuckerindustrie in Europa gibt, verbessert die Industrie ihre Abläufe. Das hat Tradition bei Nordzucker. Das Wichtigste ist, schnell zu sein, bereit zu sein, Neues zu lernen und Entscheidungen zu treffen. Wir verfügen über eine absolut solide Basis: moderne Werke, gute Anbaustandorte, solide Finanzen, langfristige Kundenbeziehungen und ein enormes Know-how.“, erklärt Aumüller.

Das Wichtigste ist, Neues zu lernen und Entscheidungen zu treffen.

Axel Aumüller
Chief Operating Officer

Die Experten im Markt

In vielen Ländern vertreten und ausgestattet mit exzellentem Wissen: So präsentiert sich Nordzucker am Markt. „Wir profitieren erheblich davon, dass wir in den vergangenen Jahren international enger zusammengerückt sind. Dieser kulturelle und interdisziplinarische Austausch ist eine der grundlegenden Voraussetzungen für unsere Flexibilität und Weiterentwicklung“, erklärt Hartwig Fuchs. Insbesondere die marktorientierte Produktionsplanung wurde weiter entwickelt. „Ohne die vorgegebenen Quoten müssen wir selbst festlegen, wie viele Rüben von unseren Landwirten angebaut werden sollen. Dieser Planungsprozess läuft bei uns über alle Bereiche hinweg hochprofessionell ab und ist sehr gut organisiert“, so Fuchs, „auch wenn es auch hier noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt.“

Wir nehmen die Herausforderungen des Wettbewerbs an.

Dr. Michael Noth
Chief Financial Officer

Fachleute im Zucker

Nordzucker bietet den Kunden einen echten Mehrwert. Sei es durch die maßgeschneiderte Logistik, Transparenz im Herstellungsprozess, spezifikationsgerechte Belieferung, bestechende Qualität oder das Wissen um den Zucker als Bestandteil der Rezepturen der Kunden. Bei den Rübenanbauern liegt der Fokus auf der Beratung. „Neben der klassischen Anbauberatung stehen wir auch in wirtschaftlichen Fragen zur Seite, erklären die Anbauverträge und helfen bei der Anbauplanung“, so Dr. Lars Gorissen. Dabei gilt es, Anbauern und Kunden gleichermaßen ein guter Partner zu sein. „Die Anforderungen an unsere Mitarbeiter sind hoch: Fachwissen zu teilen, den direkten Kontakt zu Kunden und Landwirten zu suchen und klar und offen zu kommunizieren – das entspricht unserer Philosophie“, betont Hartwig Fuchs.

Der direkte Kontakt mit dem Anbauer ist wichtiger denn je.

Dr. Lars Gorissen
Chief Agricultural Officer

Bloß nicht verharren

Nordzucker ist bereit – auch wenn es natürlich hier und da noch Handlungsbedarf gibt. „Bereit sein heißt nicht, dass wir jetzt verharren können. Märkte verändern sich, technische Entwicklungen – wie die Digitalisierung im Rübenanbau, in der Produktion oder in der Logistik, schreiten voran. Neue Investitionen aufgrund von Umweltauflagen oder Kundenanforderungen fordern uns jeden Tag neu heraus“, so Fuchs. Mit Hilfe einer klaren Kundenorientierung und einem gesunden Bewusstsein für Effizienz und Profitabilität ist Nordzucker gut vorbereitet.

Wir stehen international als eine Mannschaft zusammen.

Hartwig Fuchs
Chief Executive Officer

Werte:
Gene des Erfolgs

GRUNDLAGE FÜR ALLE
 VERÄNDERUNGSPROZESSE BILDEN UNSERE VIER WERTE.

Immer dabei

Unsere vier Unternehmenswerte – Courage, Engagement, Verantwortung und Wertschätzung – sind die Grundlage dafür, was wir entscheiden, wie wir arbeiten und wie wir dem Markt begegnen.

„Unsere Werte kommen manchmal ganz unerwartet ins Spiel, in einer Diskussion oder einem Entscheidungsprozess. Sie lenken den Blick auch auf Aspekte, die wir noch nicht bedacht hatten“, betont Dr. Michael Noth. Und Hartwig Fuchs ergänzt: „Dabei ist besonders bemerkenswert, dass diese Werte nicht vom Vorstand vorgegeben, sondern innerhalb der Mitarbeiterschaft diskutiert und schlussendlich definiert worden sind.“

Im Kanon

Das Zusammenspiel der Werte ist wichtig. „Nur im Kanon kommen die Werte zur Entfaltung und sind sinngebend“, erklärt Dr. Lars Gorissen. So ist es zum Beispiel eine Sache, couragierte Entscheidungen zu treffen – sich dabei aber auch der Verantwortung und damit der Tragweite der Entscheidung bewusst zu sein, eine andere. „In unserem internationalen Konzern sind viele Standardisierungen und einheitliches Handeln über Ländergrenzen hinweg wichtig“, sagt Dr. Michael Noth. „Unsere Werte helfen uns, schneller und weniger bürokratisch zu sein.“

Engagement

Engagement für das Unternehmen beinhaltet bei uns auch, Herausforderungen anzunehmen und offen zu sein für Veränderungen. Sei es die Kampagne, innovative Projekte, die Auseinandersetzung mit Zukunftstrends oder mit den Anforderungen von Kunden, Anwohnern oder Rübenlieferanten.

Verantwortung

Verantwortung bedeutet Verpflichtung für Nordzucker, die Gesellschaft und die Umwelt. Das heißt, in langen Fristen zu denken und zu handeln, solide zu wirtschaften sowie die Verantwortung für die Motivation, die Sicherheit, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter und Kollegen zu übernehmen.

Courage

„Courage ist Mut zum kalkulierbaren Risiko.“, erklärt Hartwig Fuchs. „Damit ist die Toleranz gegenüber Fehlern eng verbunden. Wenn zum Beispiel während einer Nachtschicht in der Kampagne etwas schief läuft, dann müssen die Mitarbeiter schnell, engagiert und eben auch couragiert entscheiden, was zu tun ist. Wir übertragen hier enorm viel Verantwortung, denn wir haben Vertrauen in unsere Leute“, so Axel Aumüller.

Wertschätzung

Wertschätzung ist die Basis für eine gute Zusammenarbeit. „Dazu gehört Zuhören, Verstehen und sich Zeit nehmen. Das gilt für Kollegen, Mitarbeiter, Vorgesetzte aber auch für Kunden und Lieferanten“, betont Hartwig Fuchs.

Wir übertragen enorm viel Verantwortung, denn wir haben Vertrauen in unsere Leute.

Axel Aumüller
Chief Operating Officer

Kennzahlen Nordzucker im Überblick

Die Zuckerrübe ist der Rohstoff, aus dem in Europa seit mehr als 200 Jahren Zucker gewonnen wird. In dieser Tradition fertigt Nordzucker seit 1838 Zucker in höchster Qualität und ist heute Europas zweitgrößter Zuckerhersteller. Mit rund 3200 Mitarbeitern an 18 europäischen Standorten versorgen wir Lebensmittelindustrie, Handel und Verbraucher zuverlässig mit Produkten hoher Qualität. Als Lebensmittelhersteller sind für uns nachhaltiges Denken und Handeln gelebte Selbstverständlichkeit. Ökologische und soziale Erwägungen sind expliziter Teil unserer Entscheidungen.

Zuckererzeugung Nordzucker Konzern
Konzernumsatz

Mio. €
Jahresüberschuss

0 €
Dividende je Aktie
(Vorschlag)

Mio. €
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit

%
Eigenkapitalquote